Löhne in der Altenhilfe steigen weiter

Pflegerinnen und Pfleger verdienen zum ersten Mal mehr als alle anderen Fachkräfte. Dies zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mit Zahlen aus dem Jahr 2020. Die Entgelte der Caritas für Mitarbeitende in der Pflege liegen sogar noch darüber.

Im Entgeltatlas veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit jedes Jahr die Medianentgelte für verschiedene Berufsgruppen. Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2020 zeigen, dass die Löhne in der Altenpflege - wie schon 2019 - erneut deutlich stärker gestiegen sind als in der gesamten Wirtschaft. Erstmals liegt die Vergütung von Fachkräften in der Altenhilfe sogar über der Vergütung aller Fachkräfte (neben Pflegefachkräften gehören dazu beispielsweise auch alle Beschäftigten mit einer abgeschlossenen, meist dreijährigen gewerblichen, kaufmännischen oder technischen Berufsausbildung).

Der mittlere Bruttolohn von Fachkräften in der Altenhilfe lag im Jahr 2020 bei 3174 Euro und damit knapp über dem Median für alle Fachkräfte, die auf einen Bruttolohn von 3166 Euro kamen. Helfer(innen) verdienen hingegen mit 2357 Euro durchschnittlich mehr als Pflegehelfer(innen), die laut Entgeltatlas auf ein Medianentgelt von 2241 Euro kommen

Pflegefachkräfte bei der Caritas verdienen durchschnittlich 3481 Euro und damit sogar mehr als der Durchschnitt der Vollzeitbeschäftigten aller Branchen, die auf ein Medianentgelt von 3427 Euro kommen. Auch Pflegehelfer(innen) im Bereich der Caritas kommen mit 2763 Euro auf ein Bruttoentgelt, das deutlich über dem der aus dem Entgeltatlas betrachteten Helfer(innen) liegt.

Für den Bereich der Caritas ist ergänzend anzumerken, dass die festen Vergütungen in der Alten- und Krankenpflege gleich hoch und mit dem in den Studien ausgewiesenen Niveau für Beschäftigte in der Krankenpflege vergleichbar sind. Grundsätzlich sind nämlich die Vergütungen in der Altenhilfe und im Krankenhaus in den AVR Caritas für gleiche Tätigkeiten gleich hoch.

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Teilnahme am Modellprogramm Telematikinfrastruktur

Die Kirchliche Sozialstation Rheinstetten wurde, als einer von deutschlandweit 30 ambulanten Pflegediensten, für ein Modellprogramm des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ausgewählt.

Bis 2024 wird eine schrittweise Einbindung in die Telematikinfrastruktur stattfinden. Die Telematikinfrastruktur ermöglicht eine sektorenübergreifende, gesicherte Kommunikation im Medizinwesen und ist bereits in Arztpraxen, in Krankenhäusern und bei Apotheken im Einsatz. Mit der Einbindung von Pflegeeinrichtungen erfolgt ein weiterer Schritt, um alle Akteure im Gesundheitswesen zu vernetzen und Informationen zielgerichtet auszutauschen. Die Anwendungen, die im Verlauf des Projekts implementiert und erprobt werden, sind das Notfalldatenmanagement (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP), die elektronische Patientenakte (ePA) und die elektronische Verordnung.

 

Fazit zur Elektromobilität

Ökologisch und ökonomisch haben sich die Erwartungen erfüllt

Die Kirchliche Sozialstation Rheinstetten zieht ein positives Fazit nach einem Jahr „elektrisch mobil“

Seit rund einem Jahr setzt die Kirchliche Sozialstation Rheinstetten in der ambulanten Pflege auf Elektromobilität. Mit zehn Elektrofahrzeugen sind die Mitarbeitenden auf den Straßen Rheinstettens unterwegs, um in bis zu 300 Hausbesuchen täglich kranke und pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Das Fazit nach einem Jahr: Der Umstieg auf die E-Mobilität hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.

„Mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen wir uns schon seit mehreren Jahren. Jedoch war das Angebot an Fahrzeugen, die den Anforderungen für den Einsatz in einem Pflegedienst unter wirtschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten entsprachen, überschaubar“, so Hans Reinbold, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Erst im Jahr 2018 konnten die Voraussetzungen geschaffen werden.

Neben den Stellplätzen für die Ladeinfrastruktur, musste die Finanzierung der Umstellung auf Elektromobilität gesichert werden. Zusätzlich zum Umweltbonus des Bundes wurden Landesförderungen, im Wesentlichen der BW-e-Gutschein für die Fahrzeuge sowie das Programm Charge@BW für die Ladeinfrastruktur, in Anspruch genommen. Weitere Unterstützung erhielt die Kirchliche Sozialstation Rheinstetten über ihre Träger: die Römisch-katholische Kirchengemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Rheinstetten beteiligten sich über den caritativen Förderverein St. Ulrich und Diakoniefonds an der Umsetzung einer emissionsfreien Mobilität in Rheinstetten.

„Neben den Personalkosten für über 80 Mitarbeitende, stellt der Fuhrpark den zweitgrößten Kostenfaktor dar“, so Daniel Fehrer, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation Rheinstetten. Deshalb war zumindest ein „wirtschaftliches Nullsummenspiel“ die Zielsetzung des Vorhabens. „Ein ideales Einsatzfeld für Elektromobilität haben wir in der ambulanten Pflege schon lange gesehen“, so Fehrer weiter. Die täglich gefahrenen Kilometer seien nahezu identisch, der Verschleiß durch häufige Startvorgänge und Kurzstrecken bei Elektroautos geringer und die Ladezeiten zwischen Früh- und Spätdiensten mehr als ausreichend.

Nach mittlerweile 88.000 elektrisch gefahrenen Kilometern innerhalb Rheinstettens zieht Daniel Fehrer ein in jeder Hinsicht positives Fazit. „Die Mitarbeitenden freuen sich über ein modernes Arbeitsmittel mit Spaßfaktor und Komfort, wie beispielsweise Sitz- und Lenkradheizung. Ökologisch und ökonomisch haben sich die Erwartungen erfüllt und auch der Beanspruchung im Dauereinsatz halten die Fahrzeuge stand“, betont der Geschäftsführer.

Derzeit sind zwar noch in verschiedenen Bereichen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Einsatz, aber auch bei „Essen auf Rädern“ wurden die Weichen in Richtung E-Mobilität gestellt. Im Januar 2021 wurde der erste elektrische Transporter in Betrieb genommen.

 

Neuer Tarifabschluss sichert gute Arbeitsbedingungen

Für die über 600.000 Beschäftigten in der Caritas steigen die Entgelte zum 01.04.2021 um 1,4 Prozent, mindestens um 50 Euro und zum 01.04.2022 um weitere 1,8 Prozent. In der Altenhilfe der Caritas steigen die Entgelte sogar bis zum 01.04.2022 im Durchschnitt um 8,5 Prozent. Dies liegt an neuen Zulagen, die für den gesamten Pflegebereich – also Alten- und Krankenhilfe – beschlossen wurden.

Die Vergütung einer Pflegefachkraft bei der Caritas liegt daher ab 01.04.2021 bei fast 40.000 Euro pro Jahr (bzw. 3.300 Euro pro Monat) im Einstieg und steigt auf rund 50.000 Euro pro Jahr (bzw. 4.100 Euro pro Monat) in der letzten Erfahrungsstufe. Hinzu kommen (Zeit-)Zuschläge sowie die fast vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusatzversorgung.

 

Sozialstationen sind eine wichtige Säule der Kirche

Erzbischof Burger würdigt die Arbeit für die Menschen vor Ort

Freiburg – Die Arbeit der kirchlichen Sozialstationen ist für den Freiburger Erzbischof Stephan Burger eine wichtige Säule der Kirche und ihres Engagements für die Gesellschaft. Über die Dienste der Sozialstationen würden viele Menschen erreicht, die sonst oft keinen kirchlichen Kontakt mehr hätten, sagte Burger bei der diesjährigen Geschäftsführungskonferenz der Caritas-Sozialstationen in der Erzdiözese Freiburg. Bei dem Treffen Ende November in Saig diskutierte der Erzbischof mit den Leitungskräften über die Zukunft der Sozialstationen. Dabei ging es vor allem um das diözesane Projekt „Pastoral 2030“ und die Frage, wie sich die geplante Reduzierung der Kirchengemeinden für die Sozialstationen auswirkt, die in Trägerschaft der Kirchengemeinden die traditionelle Gemeindekrankenpflege fortsetzen.
Im Blick auf die angestrebte pastorale Neuordnung wurde die Bitte an den Erzbischof geäußert, die bisher erfolgreiche rechtliche Struktur der Sozialstationen weiterzuführen. Deren Rechtsträger sind vorwiegend eingetragene Vereine oder gemeinnützige Gesellschaften, deren Mitglieder beziehungsweise Gesellschafter die Kirchengemeinden des Einzugsgebiets sind. Einige Sozialstationen befinden sich in der Trägerschaft von örtlichen Caritasverbänden. Im Austausch mit den Geschäftsführungen würdigte Erzbischof Burger die Arbeit der Sozialstationen für die Menschen vor Ort. Er sicherte zu, alles dafür zu tun, „dass sie ihren karitativen Auftrag weiterhin gut erfüllen können“. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei, dass alle kirchlichen Akteure vor Ort – Mitarbeitende in der Pastoral und in den Caritas-Diensten und -Einrichtungen – sich gut vernetzen und eng zusammenarbeiten. „Menschen sind wichtiger als Steine“, das bezeichnete Burger als sein Leitmotiv, wenn es darum gehe zu entscheiden, wofür die Kirche in Zukunft ihre knapper werdenden Mittel einsetzt.
Den Vernetzungsgedanken griffen die Sozialstationen gerne auf und regten an, dafür auch entsprechende Strukturen aufzubauen. „Die Sozialstationen mit ihrer Präsenz vor Ort sind eine Chance für die künftigen pastoralen Zentren. Es geht darum, funktionierende Strukturen wo möglich zu erhalten beziehungsweise diese im Sinne einer bestmöglichen Pflege und Betreuung aller Patientinnen und Patienten weiter zu entwickeln. Das muss das Ziel jeder Strukturdebatte sein“, sagte Moderator Rolf Steinegger; Vorstand der Caritas Sozialstationen Hochrhein.
Ein weiteres Thema im Gespräch mit Erzbischof Burger waren die Personalengpässe in der Pflege und der Umgang mit Mitarbeitenden, die keine Zugehörigkeit zur Kirche haben beziehungsweise ausgetreten sind. Burger sagte, wichtig sei, bei der Entscheidung über eine Beschäftigung beziehungsweise Weiterbeschäftigung zu überprüfen, ob die Grundwerte der katholischen Kirche geteilt und gelebt werden. Dies sei für ihn auschlaggebend.